Die amerikanische Notenbank hat den Leitzins erhöht. Es ging um 0,25 Prozentpunkte nach oben auf nun 0,75 bis 1,0 Prozent. Mittelfristig könnten damit auch Kredite in Deutschland wieder teurer werden.

Eine „1“ vor dem Komma bei den Leitzinsen – das hat es seit fast zehn Jahren nicht mehr gegeben. Auch wenn der Zinsschritt selbst noch überschaubar ist, so sendet er doch ein starkes Signal. Und viele Beobachter fragen sich: Wann wird die neue Marschrichtung in den USA auch in Europa Folgen zeigen? Wann wird auch die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöhen und damit Kredite wieder teurer machen?

Experten rechnen damit, dass die Europäer noch in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen werden, vielleicht bereits im Sommer. Erfahrungsgemäß schlagen sich Anhebungen der Leitzinsen recht schnell in den Finanzierungskonditionen für private Kreditnehmer und für Firmen nieder. Gut möglich also, dass die Zeit der historisch niedrigen Zinsen zu Ende geht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Kreditkosten.

Werden meine bestehenden Kredite teurer?

Nein, diese Gefahr besteht nicht. Konsumentenkredite werden mit einem festen Zinssatz abgeschlossen, der für die gesamte Laufzeit gilt. Wenn Sie also mit der Bank einen Kredit über zum Beispiel 60 oder 72 Monate vereinbart haben, dann gilt auch nach einer möglichen Zinserhöhung durch die EZB der vorher festgeschriebene Zinssatz.

Bekomme ich bald keine günstige Kredite mehr?

So günstig wie in den vergangenen Jahren waren Kredite nie zuvor – und wahrscheinlich werden sie nach dem Ende der Niedrigzins-Phase auch nie wieder so billig. Mittel- bis langfristig ist also mit steigenden Finanzierungskosten zu rechnen. Diese Entwicklung dürfte sich aber nicht schlagartig vollziehen, sondern Schritt für Schritt.

Was sollten Kreditinteressenten jetzt tun?

Wer in näherer Zukunft größere Anschaffungen plant (Autokauf, Renovierung der Wohnung, Immobilienkauf), der ist gut beraten, sich nun möglichst schnell um eine Finanzierung zu bemühen. Aktuell bieten die Banken noch extrem günstige Kredite an, die sich an den historisch niedrigen Leitzinsen orientieren. Selbst wenn Sie Ihren Kredit eigentlich erst in einem halben Jahr benötigen, kann es sich lohnen, das Darlehen bereits jetzt unter Dach und Fach zu bringen. Sie lassen sich die Kreditsumme dann einfach schon auf Ihr Konto auszahlen und „parken“ das Geld dort, bis Sie es investieren möchten. Das lohnt sich angesichts der sehr niedrigen Zinssätze und garantiert Ihnen die vorteilhaften Konditionen zugleich für die gesamte Kreditlaufzeit. Für Ihren Ratenkredit können Sie zum Beispiel über Bon-Kredit Laufzeiten von bis zu 120 Monaten vereinbaren – und sich die derzeitigen Top-Zinsen somit für ein ganzes Jahrzehnt sichern!

Was muss ich beachten, wenn die Zinsbindung meines Immobilienkredites demnächst ausläuft?

Anders als normale Ratenkredite werden Immobiliendarlehen nicht innerhalb weniger Jahre zurückgezahlt. Hier wird (in der Regel für zehn Jahre) ein Zinssatz festgeschrieben. Nach dem Ende dieser Zinsbindung bleibt noch eine mehr oder weniger hohe Restschuld bestehen, für die dann mit der Bank ein neuer Zinssatz verhandelt werden muss. Wenn bei Ihrer Immobilienfinanzierung in absehbarer Zeit (also im Laufe des Jahres 2017 oder 2018) die Zinsbindung ausläuft, kann sich eine frühzeitige Verlängerung lohnen. Bevor die EZB die Referenzzinsen im Euro-Raum erhöht, haben Sie gute Chancen, die aktuell noch extrem niedrigen Zinsen für die nächsten zehn Jahre festzuschreiben. Kommt die Zinswende auch in Europa, dürfte das deutlich schwieriger werden.