Mit ein paar kleinen Tricks können Sie die Kosten für Ihren nächsten Kredit deutlich reduzieren. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt und welche Stellschrauben wirklich schnelle Ergebnisse bringen.

Kredit-Tipp1: Schufa-Daten checken

Negativmerkmale bei der Schufa verschlechtern Ihre Bonität, was zu höheren Zinssätzen und damit zu steigenden Kreditkosten führt. Es ist eine Tatsache, dass etwa 50 Prozent der Daten bei der Schufa veraltet oder schlicht falsch sind. Möglicherweise wird Ihre Kreditwürdigkeit von den Banken also schlechter eingeschätzt als sie tatsächlich ist – einfach, weil die Grundlage für die Berechnung nicht stimmt. Deshalb sollte jeder, der jetzt oder in absehbarer Zeit einen Kredit aufnehmen will, regelmäßig seine Daten bei der Schufa überprüfen. Das ist einmal jährlich kostenfrei möglich (die komplette Anleitung gibt es hier).

Wenn Ihnen bei der Recherche überholte oder falsche Daten auffallen, dann wenden Sie sich an die Schufa und verlangen Sie eine Korrektur bzw. eine Löschung. Wichtig zu wissen: Wenn beispielsweise wegen einer unbezahlten Rechnung ein Schufa-Eintrag erfolgt, muss es sich um eine unbestrittene Forderung handeln. Haben Sie Widerspruch eingelegt, weil sie die Forderung für ganz oder teilweise unberechtigt halten, darf KEIN Schufa-Eintrag in dieser Sache erfolgen. Hat Ihr Gläubiger dennoch Informationen an die Schufa übermittelt, können Sie die Löschung verlangen und zugleich möglicherweise Schadenersatzansprüche gegen den Gläubiger geltend machen.

Gegen berechtigte Negativeinträge bei der Schufa haben Sie leider eine Handhabe. Sie können aber dafür sorgen, dass keine neuen Einträge hinzukommen. Bezahlen Sie deshalb Ihre Rechnungen pünktlich, reagieren Sie auf eventuelle Mahnungen und bemühen Sie sich um Ratenzahlungen mit Gläubigern, deren Forderungen Sie nicht direkt erfüllen können. Das ist sehr viel besser als in eine Spirale aus Inkassoschreiben, Mahngebühren und gerichtlichen Mahnbescheiden zu geraten.

Denken Sie immer daran: Eine „saubere“ Schufa bringt Ihnen klar messbare finanzielle Vorteile, weil Sie Kredite spürbar günstiger bekommen.

Kredit-Tipp 2: Die Zwei-Drittel-Regel

Planen Sie bei Ihrem nächsten Kredit nicht mehr als zwei Drittel Ihres verfügbaren Einkommens für die Kreditrate ein. Sonst laufen Sie Gefahr, in „schlechten“ Monaten Ihren Ratenkredit mit dem Dispo zu zahlen – das bedeutet doppelte Zinsbelastung. Beantworten Sie also zunächst ganz ehrlich die Frage: Wie viel Kredit kann ich mir leisten? – und fordern Sie dann das passende Kreditangebot an.

Gemäß der Zwei-Drittel-Regel holen Sie sich weniger Geld von der Bank als Sie eigentlich könnten. Sie gewinnen dadurch aber ein viel höheres Maß an Sicherheit. Denn Sie wissen, dass die eine oder andere ungeplante Ausgabe Ihre finanziellen Planungen nicht über den Haufen wirft. Sie haben schließlich immer 100 Euro, 200 Euro aus oder mehr aus Ihrem monatlichen Überschuss als Reserve in der Hinterhand.

Was passiert, wenn Sie die Zwei-Drittel-Regel missachten und das absolute Kredit-Maximum ausschöpfen? Sie laufen Gefahr, dass Ihr Kontostand schon bei der kleinsten außerplanmäßigen Belastung ins Minus rutscht. Zwar „fängt“ Sie der Dispokredit auf, so dass auch die Kreditraten weiter abgebucht werden können. Aber machen Sie sich immer klar, was das bedeutet: Sie zahlen in diesem Fall hohe Dispozinsen, um die Raten für Ihren Kredit zu bedienen, der seinerseits Zinsen kostet. Diese doppelte Zinsbelastung würde Ihr Darlehen extrem verteuern und sollte deshalb auf jeden Fall vermieden werden.

Kredit-Tipp 3: Sondertilgungen nutzen

Je schneller Sie Ihren Kredit zurückzahlen, desto mehr Geld sparen Sie bei den Zinsen. Sondertilgungen sind deshalb oft ein sinnvoller Weg, um Ihr Darlehen schneller loszuwerden. Wenn Sie also plötzlich mehr Geld auf dem Konto haben als gedacht (weil Sie zum Beispiel ein gutes Geschäft machen, einen Bonus erhalten oder Bares geschenkt bekommen), dann können Sie einen Teil Ihres Kredits vorzeitig ablösen.

Die Restschuld reduziert sich dadurch sofort, und entsprechend sinken auch die gesamten Zinskosten Ihres Darlehens. Aber Achtung: Prüfen Sie unbedingt vorher, ob Sondertilgungen kostenlos möglich sind. Wenn Sie Ihren Kredit über Bon-Kredit aufnehmen, ist das sichergestellt. Bei vielen anderen Anbietern fallen aber leider Gebühren für vorzeitige Rückzahlungen an. Diese Gebühren sind im Prinzip Vorfälligkeitsentschädigungen, mit denen die Bank sich einen Teil des entgangenen Zinsgewinns auszahlen lässt. Das ist für Sie als Kreditnehmer ein schlechtes Geschäft, weshalb Kreditexperten raten: Denken Sie schon beim Abschluss eines Darlehensvertrags an den „Ausstieg“. Halten Sie sich alle Optionen offen und stellen Sie sicher, dass die Möglichkeit zu – kostenfreien – Sondertilgungen im Vertragstext ausdrücklich erwähnt wird.