Banken schämen sich für ihre Dispozinsen

Sind den großen Banken ihre überteuerten Dispozinsen peinlich? Es scheint fast so. Denn die Institute geben sich große Mühe, ihre Zinsen für Dispokredite zu „verstecken“.

Die Zeitschrift „Finanztest“ nimmt regelmäßig die Konditionen der bekanntesten Banken unter die Lupe. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Dispozinsen. Zinssätze von 13 Prozent und mehr sind bis heute keine Seltenheit – obwohl sich die Banken ihrerseits zu sehr günstigen Konditionen refinanzieren können und Sparern kaum Zinsen auf ihre Einlagen zahlen.

Der Vorwurf: Abzocke

Es ist kein Wunder, dass Verbraucherschützer und Politiker im Zusammenhang mit Dispositionskrediten schon seit Jahren von „Abzocke“ sprechen. Für die Großbanken sind die Überziehungsdarlehen ein extrem lukratives Geschäft – allerdings eines, über das sie offensichtlich nicht gerne sprechen. Die enorme Höhe der Zinsen ist eigentlich durch nichts zu rechtfertigen, und das wissen auch die Banken. Sie schweigen deshalb und ducken sich weg, wie die „Finanztest“-Redaktion jetzt wieder erlebte: Von zwei Drittel der Banken war auf direktem Wege keine Auskunft über die Höhe der Dispozinsen zu erhalten. Die Anfragen wurden einfach nicht beantwortet.

Bei immerhin einem Drittel der Banken waren die Dispozinsen wenigstens auf der Webseite zu finden. Doch bei einem weiteren Drittel musste „Finanztest“ Testkunden in die Filialen schicken, um die Konditionen herauszufinden.

Tricksen und verschleiern

Von Transparenz und Ehrlichkeit sind viele Großbanken beim Thema Dispokredit also meilenweit entfernt. Die Geldhäuser nutzen sämtliche Möglichkeiten, ihre wahren Konditionen zu verschleiern. Mit diesem Umstand will ein neues Gesetz Schluss machen, das die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Justizminister Heiko Maas will die Banken zur Offenlegung ihrer Dispozinsen zwingen. Deren Höhe soll zum Beispiel mit wenigen Klicks im Internet zu ermitteln sein. Die Hoffnung: Verbraucher können so schneller herausfinden, ob sie zu hohe Zinsen für ihren Dispokredit bezahlen – und dann einfach die Bank wechseln.

Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet. Und bis es in Kraft tritt, werden die Banken wohl auch weiterhin tricksen und ihre Dispozinsen verstecken. Vor dem Frühjahr 2016 dürfte die Neuregelung nicht greifen.

„Finanztest“ und Bon-Kredit raten deshalb: Besser ganz auf den teuren Dispokredit verzichten und stattdessen einen Ratenkredit wählen. Hier sind die Zinsen sehr viel niedriger, so dass sich sofort eine Menge Geld sparen lässt.
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