Gebrauchtwagen: Schnäppchen werden seltener

Jedes Jahr im Herbst ziehen die Preise für Gebrauchtwagen an. Auch 2017 macht da bislang keine Ausnahme, wie aktuelle Zahlen von Autoscout24.de zeigen.

Für alle, die noch in diesem Jahr ein anderes Auto kaufen wollen, bedeutet das: Besser nicht zu lange zögern und bei (noch) günstigen Angeboten schnell zuschlagen. Denn die echten „Schnäppchen“ sind inzwischen deutlich seltener geworden – man kann sie aber finden, wenn man mit den richtigen Eckdaten sucht.

Der „Gebrauchtwagen-Preis-Index“ des Onlineportals stiegt im Oktober um 1,2 Prozent auf 19.546 Euro. So viel kosteten gebrauchte Fahrzeuge im Durchschnitt. Einen Monat zuvor waren es noch gut 250 Euro weniger gewesen. Gegenüber dem Vorjahr lag das Plus sogar bei 4,6 Prozent oder fast 1.000 Euro.

„Wir sehen derzeit keine Anzeichen, dass die alljährliche Preisrallye zum Winter hin nachlassen wird. Auch bei den gebrauchten Dieselfahrzeugen erkennen wir bisher keinen Preisverfall“, sagt Dr. Felix Frank von AutoScout24. Allerdings nehme das Angebot an Dieselfahrzeugen zu. Und der Angebotsüberhang könne sich künftig auf die Preise auswirken.

Überdurchschnittlich stark verteuerten sich „Youngtimer“ (20 bis 30 Jahre alte Fahrzeuge) und Autos im Alter von zehn bis 20 Jahren. Ein- bis dreijährige Modelle wurden hingegen „nur“ um 1,4 Prozent teurer angeboten (für durchschnittlich 26.225 Euro), fünf bis zehn Jahre alte Autos legten um 0,5 Prozent zu. Bei drei bis fünf Jahre alten Gebrauchtwagen fiel das Plus mit 0,4 Prozent sogar noch ein wenig geringer aus. Rund 19.000 Euro kosten die Gebrauchten in diesem Segment durchschnittlich.

Der Tipp für Schnäppchenjäger lautet also: Grenzen Sie die Recherche in den Suchfunktionen der Autoportale auf Modelle ein, die zwischen drei und zehn Jahre alt sind.

Bei Fahrzeugen dieser Baujahre sind die größten Wertverluste bereis eingepreist, so dass in den Folgejahren kein Einbruch beim Wiederverkaufspreis zu erwarten ist. Achten Sie darauf, ein regelmäßig gewartetes Fahrzeug mit Scheckheft zu finden – am besten aus erster Hand. Mit 100.000 Kilometern (oder bei größeren Maschinen auch 150.000 Kilometern) haben die „jungen Gebrauchten“ noch eine lange Lebensdauer vor sich. Gerade in der Mittelklasse und in der Oberklasse bekommen Gebrauchtwagenkäufer mit solchen „Deals“ überdurchschnittlich viel für ihr Geld.