So lassen Sie falsche Schufa-Einträge löschen

Fast jeder zwei Schufa-Eintrag ist falsch oder veraltet. Trotzdem kann die Auskunft der Schufa wesentlich darüber entscheiden, ob Sie einen Kredit bekommen.

Für eine gute Bonität ist es unerlässlich, nachweislich falsche Schufa-Einträge löschen zu lassen. Wir sagen Ihnen, wie das funktioniert.

Fast jeder zwei Schufa-Eintrag ist falsch – das ist keine forsche Behauptung aus dem großen Lager der Schufa-Kritiker, sondern das nüchterne Ergebnis einer hochoffiziellen Studie. Die Bundesregierung ließ vor einigen Jahren die Qualität der Daten bei Deutschlands größter Auskunftei überprüfen. Das Ergebnis war aus Sicht von Verbraucherschützern alarmierend: Exakt 46 Prozent der Daten waren fehlerhaft oder veraltet.

Die extrem hohe Fehlerquote kann sehr schnell zu einem großen Problem für betroffene Verbraucher werden, die zum Beispiel einen Kredit aufnehmen oder ein Konto eröffnen möchten. Bei Bankgeschäften dieser Art und bei vielen anderen Gelegenheiten holen die Vertragspartner zunächst eine Schufa-Auskunft ein. Eine wesentliche Information ist der sogenannte Schufa-Score. Dieser Wert soll Auskunft darüber geben, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Verbraucher beispielsweise sein Darlehen korrekt zurückzahlen wird.

Das „Scoring“ der Schufa basiert auf einem geheim gehaltenen Berechnungsverfahren, das unter anderem die computergesteuerte Verknüpfung von zahlreichen Daten nutzt. Auch das Zahlungsverhalten von Menschen, die statistische Ähnlichkeiten aufweisen, fließt in die Berechnung ein. Diese Vorgehensweise ist aus Sicht von Verbraucherschützern ein wesentlicher Grund für die zahlreichen Fehler in den Schufa-Daten.

Ist der – mit zweifelhaften Methoden errechnete – Schufa-Score zu niedrig, weigern sich die meisten Banken, einen Kredit zu vergeben. Häufig gibt es dann auch keinen Handyvertrag oder keine Möglichkeit, eine Bestellung per Rechnung zu bezahlen. Während mit Prepaid-Handys oder dem Kauf per Vorkasse gute Alternativen zur Verfügung stehen, lässt sich das Problem der (angeblich) fehlenden Kreditwürdigkeit bei einem benötigten Darlehen nicht so einfach aus der Welt schaffen.

Es gibt deshalb gute Gründe, falsche Einträge bei der Schufa nicht einfach hinzunehmen, sondern aktiv dagegen vorzugehen. Damit Sie das tun können, müssen Sie allerdings zunächst einmal wissen, welche Angaben überhaupt bei der Auskunft gespeichert sind. Seit dem Jahr 2010 haben Sie als Verbraucher einen Rechtsanspruch darauf, einmal pro Jahr eine aktuelle Selbstauskunft kostenlos zu erhalten. Das Einholen dieser Eigenauskunft darf sich nicht negativ auf Ihre Bewertung auswirken. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie kostenfrei eine Übersicht über Ihre Schufa-Daten erhalten.

Wenn Sie negative Einträge entdecken, sollten Sie den Vorgang sorgfältig prüfen: Haben Sie tatsächlich fällige Raten nicht bezahlt oder eine Rechnung trotz Mahnung nicht beglichen? Gegen korrekt erfolgte Einträge können Sie nichts machen. Wenn aber Negativeinträge ohne Berechtigung zustande gekommen sind, dann können (und sollten) Sie handeln.

Wenden Sie sich in diesem Fall direkt an die Schufa und verlangen Sie die Löschung des betreffenden Eintrags. Sie beschleunigen die Bearbeitung, wenn Sie direkt eventuelle Nachweise (zum Beispiel Zahlungsbelege) mitschicken. Nach dem Eingang Ihres Widerspruchs hört die Schufa auch das Unternehmen an, das den Eintrag veranlasst hat. Ein Tipp: Verlangen Sie, dass strittige Einträge bis zur endgültigen Klärung zurückgestellt werden, damit sie während dieser Zeit für Dritte nicht sichtbar sind.

Wichtig: Die Schufa darf Ihnen für die Prüfung zweifelhafter Einträge und für die Löschung fehlerhafter Daten keine Gebühren in Rechnung stellen.

Wenn die Schufa Falscheinträge allerdings auch nach Prüfung nicht löscht, bleibt Ihnen nur der Klageweg mit den entsprechenden Kosten. In diesem Fall sollten Sie Chancen und Risiken genau abwägen – und sind gut beraten, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben.

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