Steigenden Zinsen in den USA: Werden Kredite bald teurer?

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres hat die amerikanische Notenbank die Leitzinsen erhöht. Das bringt die Europäer in Zugzwang und könnte Kredite auch hierzulande schon bald wieder teurer machen.

Der Anstieg in den USA fiel mit 0,25 Prozent auf nun 1,25 bis 1,50 Prozent zwar moderat aus, doch das Signal ist eindeutig: Die Zeit historisch niedriger Zinsen nach der Finanzkrise geht zu Ende. Das Ziel ist eine Normalisierung der Geldpolitik.

Die amerikanische Zentralbank Fed reagiert mit ihrer Entscheidung unter anderem auf gute Wirtschaftsdaten und niedrige Arbeitslosenzahlen in den USABei der Europäischen Zentralbank (EZB) verfolgt man die Entwicklung der Zinsen in den USA traditionell mit großer Aufmerksamkeit. Und in der Vergangenheit wurden die Zinsschritte jenseits des großen Teiches von den europäischen Währungshüter mit einem gewissen Zeitverzug nachvollzogen. Es gibt wenig Hinweis, dass das diesmal anders sein wird.

Noch allerdings ist es nicht soweit, wie die jüngste EZB-Entscheidung zeigt: Hier bleiben die Zinsen auch über den Jahreswechsel bei null Prozent. Klar ist allerdings auch, dass das kein Dauerzustand sein wird. Den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen fährt die EZB bereits langsam herunter – ein klares Signal an die Finanzmärkte, dass die Zentralbank auch in der EU zur Normalität zurückkehren will. Und das bedeutet: Sparer werden wieder Zinsen für ihr Guthaben bekommen, Kreditnehmer müssen wegen steigender Finanzierungszinsen tiefer in die Tasche greifen.

Veränderungen des Zinsniveaus wirken sich immer nur für neu abgeschlossene Verträge aus. Darlehensnehmer, die vor einem Anstieg der Zinsen eine Finanzierung mit langer Laufzeit abgeschlossen haben, profitieren auch danach von den deutlich niedrigeren Sätzen. Es ist deshalb eine gute Idee für alle, die in absehbarer Zeit einen Kredit aufnehmen möchten, möglichst schnell aktiv zu werden. Jetzt gibt es noch die Chance, die einmalig niedrigen Zinsen für mehrere Jahre festzuschreiben. Die nun vereinbarten Zinssätze haben für die gesamte Laufzeit des Kreditvertrags Bestand. Und das können bei Finanzierungen über Bon-Kredit bis zu 120 Monate, also ganze zehn Jahre, sein.

Aber nicht nur Darlehen für neue Anschaffungen oder Finanzierungen lassen sich jetzt auf Jahre zu Topzinsen sichern. Kreditnehmer haben auch die Chance, bereits laufende Finanzierungen jetzt noch günstig umzuschulden. Konkret bedeutet das: Ältere Verträge, die oft noch mit wesentlich höheren Zinssätzen abgeschlossen wurden, werden ersetzt durch neue Kredite zu den heute gültigen Konditionen. Das bringt sofort und dauerhaft eine nennenswerte monatliche Ersparnis. Auch nach möglichen Zinsschritten der EZB bleibt eine solche Umschuldung natürlich möglich – nur fällt dann der finanzielle Vorteil logischerweise geringer aus.

Deshalb gilt: Smarte Verbraucher beobachten die Entwicklung der Zinsen aufmerksam und werden aktiv, bevor die Gegenbewegung einsetzt. So sichern sie sich die maximalen Zinsvorteile auf Jahre hinaus.