Strafzinsen für Banken, die keine Kredite vergeben

Banken müssen Strafzinsen bezahlenZu den wichtigsten Aufgaben der Banken gehört die Vergabe von Krediten.

Darlehen an Verbraucher sollen den privaten Konsum ankurbeln, Finanzierungen für Unternehmen sollen Firmen größere Investitionen ermöglichen.

Was in der Theorie gut funktioniert, ist in der Praxis oft mit Schwierigkeiten verbunden – denn viele Banken sind extrem zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Problem erkannt und steuert nun massiv gegen. Vor allem zwei Maßnahmen sorgen für Schlagzeilen:

  1. Der Leitzins für den Euro-Raum sinkt weiter, und zwar von 0,25 auf jetzt nur noch 0,15 Prozent.
  2. Banken, die Geld bei der Zentralbank parken, müssen fortan mit einem „Minus-Zins“ von 0,10 Prozent leben.

Hintergrund: Bislang horteten die Banken viele Milliarden bei der Zentralbank und bekamen dafür Zinsen – eine Rendite mit null Risiko. Das war für viele Geldhäuser offenbar so verlockend, so dass sie kaum noch Kredite vergaben.

Strafzinsen sollen Kreditvergabe ankurbeln

Die EZB macht den Instituten nun einen Strich durch die Rechnung: Wenn sie ihre Milliarden weiterhin bei der Zentralbank parken, verlieren sie jeden Tag Geld.

Deshalb, so die Hoffnung, werden die Banken nun wieder aktiver Kredite an private Kunden und an Firmen vergeben.

Was bedeutet die jüngste Zinsentscheidung der EZB also ganz konkret für uns Verbraucher?

  1. Die Chancen auf einen Kredit von der Bank dürften steigen.
  2. Die Kreditzinsen bleiben im Keller oder sinken sogar noch weiter – wenn die Banken die erneute Zinssenkung an ihre Kunden weitergeben.

Übrigens: Sollten sich die Banken bei der Kreditvergabe weiterhin „zieren“, will die EZB noch härter durchgreifen. „Wir sind hiermit nicht am Ende“, hat EZB-Chef Mario Draghi bereits angedroht.

Erst einmal wollen die Währungshüter nun aber abwarten, wie die Banken reagieren.

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