Kreditabzocker legen eine enorme Kreativität an den Tag, wenn es darum geht, ahnungslosen Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die neueste Masche: Anbieter suggerieren eine Kreditkarte, die zusammen mit einem Kredit von 6.000 bis 7.000 Euro vergeben werden soll, und zwar auch bei schlechter Schufa. Verbraucherschützer warnen ausdrücklich.

Das scheinbar attraktive Angebot hat gleich mehrere Haken. Der erste: Es handelt sich überhaupt nicht um eine Kreditkarte, sondern lediglich um eine Prepaid-Karte. Es gibt also keinerlei klassischen Verfügungsrahmen mit der Karte – der Kunde kann stattdessen nur über das Geld verfügen, das er zuvor selbst auf das Kartenkonto eingezahlt hat. Es ergibt sich somit keinerlei Vorteil gegenüber einem normalen Bankkonto. Im Gegenteil werden für die Nutzung der Karte sogar noch Gebühren fällig.

Apropos Gebühren: Um die vermeintliche „Kreditkarte“ zu bekommen, müssen Kunden erst einmal vorab Geld bezahlen. Besonders gerne kassieren unseriöse Anbieter eine Ausgabegebühr (und oft auch gleich noch die erste Jahresgebühr) per Nachnahme. Wenn dann der Sitz des Unternehmens im Ausland liegt – was die Regel ist – dann ist es nur sehr schwer, im Rahmen eines Widerrufs das Geld zurückzuholen.

Weiteres Problem: Viele Verbraucher haben den Eindruck, dass sie mit der Zahlung der Gebühr zugleich auch Anspruch auf den angepriesenen Kredit erhalten. Das ist jedoch nicht der Fall. Trickreich ist zum Beispiel von Krediten „bis zu 7.000 Euro“ die Rede, die „möglich“ sind. Tatsächlich dürften die Anbieter jedoch an einer echten Kreditvermittlung gar nicht interessiert sein, sondern es lediglich auf die Gebühren der Kunden abgesehen haben.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hat nun gegen einen besonders dreisten Anbieter aus den Niederlanden Klage eingereicht. Wer bereits in die Kostenfalle getappt ist, der sollte den Vertrag schnellstens widerrufen und sein Geld zurückfordern – selbst wenn die Erfolgsaussichten zweifelhaft sind. Ein Musterschreiben für den Widerruf stellt die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite bereit.