Was tun, wenn der Kredit nicht reicht?

Die Kreditzusage ist da, das Geld ausgezahlt – und dann stellt sich heraus: Die Summe reicht doch nicht…

Eine Aufstockung ist in einem solchen Fall leider nicht so einfach möglich. Wir erklären, warum das so ist. Und wir geben Tipps, mit denen sich ein erneuter Engpass kurz nach der Auszahlung eines Kredits vermeiden lässt.

Weniger ist mehr gilt bei Krediten nicht immer

Getreu der Devise „Weniger ist mehr“ versuchen viele Kreditnehmer, ihre Finanzierungssumme möglichst niedrig zu halten. Ein kleiner Kredit bedeutet schließlich niedrige Raten und unter dem Strich geringere Zinskosten. Im Prinzip ist es eine gute Idee, nur so viel Kredit zu nehmen wie man aktuell auch wirklich braucht. Viele Verbraucher vergessen dabei aber, dass sich schon wenige Wochen (oder gar Tage) später erneut Lücken auftun können.

Dann einfach eine Aufstockung des laufenden Kredits zu beantragen, funktioniert leider in aller Regel nicht. Denn aus Sicht der Banken ist es ein klar negatives Signal, wenn ein Kreditnehmer bereits kurz nach der Auszahlung erneut Geld braucht. Für die Institute sieht das so aus, als hätte der betreffende Kunde seine Finanzen nicht im Griff.

Als Faustregel gilt deshalb: In den ersten sechs Monaten nach der Auszahlung eines Kredits sollte man keine erneute Anfrage stellen. Weder bei der Bank, von der das aktuelle Darlehen stammt, noch bei einem anderen Geldhaus.

Trendwende erst nach einem halben Jahr

Erst nach diesen sechs Monaten wendet sich das Blatt zugunsten des Kreditinteressenten. Wenn er ein halbes Jahr lang seine Raten immer pünktlich bezahlt hat, erkennt die Bank: Hier handelt es sich um einen ehrlichen und verlässlichen Rückzahler. Solche Kunden sind den Geldhäusern natürlich die liebsten, und deshalb steht weiteren (Kredit-)Geschäften nun nichts mehr im Wege.

Die Herausforderung besteht also für viele Kunden darin, diese ersten sechs Monate zu „überstehen“, obwohl schon wieder neue finanzielle Herausforderungen aufgetaucht sind. Sie müssen die anstehenden Ausgaben stemmen, ohne erneut einen Kredit nehmen zu können. Damit das gelingt, sollte man bei der Wahl der Kreditsumme eine Grundregel beachten. Sie lautet: Je nach Finanzierungssumme 10 bis 20 Prozent zusätzlich als „Puffer“ einplanen – selbst wenn dieser zusätzliche Betrag aktuell gar nicht gebraucht wird.

Fakt ist: Ein etwas höherer Kredit ist meist problemlos realisierbar, eine nachträgliche Aufstockung im ersten halben Jahr hingegen nicht.

Deshalb ist es absolut sinnvoll, statt eines 5.000 Euro-Kredits zum Beispiel 6.000 Euro zu beantragen oder statt 10.000 Euro lieber 12.000 Euro. Angesichts niedriger Zinsen sind die Unterschiede auf der Kostenseite nur gering. Dafür gibt es aber das gute Gefühl, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Und solange der „Puffer“ nicht gebraucht wird, bleibt er einfach auf dem Konto.