Autofinanzierung und dann ein Unfall – was nun?

Autokredit und dann ein Unfall - was nun?Viele Autokäufe werden mit einem Kredit finanziert. Der Wagen stellt dabei die wichtigste Sicherheit für die Bank dar. Was aber passiert, wenn das Auto durch einen Unfall einen Teil seines Wertes verliert – oder wenn es sogar einen Totalschaden hat?

Ob es nun richtig teuer wird oder eher glimpflich ausgeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der Schuldfrage und der Art der Versicherung.

Wenn der Unfallgegner die Schuld trägt

Lässt sich die Schuldfrage eindeutig zu Ihren Gunsten klären, haben Sie nicht allzu viel zu befürchten. Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners muss für sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Crash aufkommen. Dazu zählt neben der Reparatur Ihres Autos zum Beispiel auch ein Leihwagen für die Zeit, in der Sie auf Ihr Fahrzeug verzichten müssen.

Mit einem Unfallschaden – egal, wie gut er repariert wurde – verliert ein Auto allerdings automatisch an Wert. Besonders bei relativ neuen Fahrzeugen kann dieser Verlust erheblich sein. Während der laufenden Finanzierung merken Sie davon zunächst vielleicht nichts. Doch wollen Sie das Fahrzeug später verkaufen oder ans Autohaus zurückgeben, kann es ein böses Erwachen geben: Der tatsächliche Wert liegt dann deutlich unter dem kalkulierten Restwert. So wird möglicherweise eine Ausgleichszahlung fällig.

Vor diesen negativen Spätfolgen eines Unfalls schützt Sie der Wertausgleich durch den Unfallgegner: Ist das Fahrzeug fünf Jahre oder jünger und hat es eine Laufleistung von weniger als 100.000 Kilometern, ersetzt Ihnen die gegnerische Versicherung den Wertverlust des Wagens. Dessen Höhe bestimmt ein Gutachter.

Wenn Sie selbst den Unfall verursacht haben

Schwieriger ist die Situation, wenn Sie selbst die Schuld am Unfall tragen. Ihre Haftpflichtversicherung kommt nur für die Schäden des Gegners auf. Auf Ihren eigenen Kosten bleiben Sie sitzen – es sei denn, Sie haben eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen. Dann übernimmt Ihre Versicherung zumindest die Kosten für die komplette Reparatur Ihres Wagens. Ein etwaiger Ausgleich des Wertverlustes gehört allerdings in der Regel nicht zu den Leistungen.

Ganz übel sieht es aus, wenn Sie lediglich eine Teilkasko-Versicherung abgeschlossen oder ganz auf den Kasko-Schutz verzichtet haben. In diesem Fall müssen Sie die Reparatur Ihres Fahrzeugs vollständig aus der eigenen Tasche zahlen.

Bei einer klassischen Autofinanzierung dient das Auto als wesentliche Sicherheit, und der Kfz-Brief wird bei der Bank hinterlegt. Zur eigenen Absicherung (und zum Schutz des Kreditnehmers) machen die Banken den Abschluss einer Vollkasko-Versicherung zur Pflicht. Ohne Nachweis einer entsprechenden Police gibt es kein Geld für den Autokauf. Die Banken sind in dieser Frage sehr streng, und das macht sich spätestens bei einem Unfall bezahlt.

Was bedeutet ein Crash für die Finanzierung?

Hier gilt es zu unterscheiden: Handelt es sich um eine Fahrzeugfinanzierung mit dem Auto als Sicherheit – oder um einen ganz normalen Ratenkredit, mit dem ein Auto gekauft wurde?

Bei der klassischen Autofinanzierung (Kfz-Brief als Sicherheit) muss der Kreditgeber über einen Unfall sofort informiert werden. Das gilt insbesondere auch dann, wenn das Fahrzeug am Ende der Laufzeit zurückgegeben werden soll.

Probleme gibt es bei einem Totalschaden des Wagens. Die Sicherheit der Bank ist plötzlich kaum noch etwas wert – das Geldhaus verlangt deshalb entweder die sofortige Rückzahlung des Kredits oder die Stellung einer gleichwertigen Sicherheit. So kann zum Beispiel das Auto des Ehepartners, der Eltern o.ä. als Sicherheit angeboten werden.

Wer sein Auto mit einem Ratenkredit finanziert, spürt hingegen praktisch keine Auswirkungen bei einem Unfall. Die Sicherheit für die Bank stellt hier nicht das Auto dar, sondern das Einkommen des Kreditnehmers. Allerdings läuft der Kreditvertrag natürlich auch dann weiter, wenn das Auto nur noch Schrottwert hat. Es kann also passieren, dass man noch jahrelang Kreditraten an die Bank zahlen muss, obwohl das Auto längst weg ist.

Autokredit nur mit Vollkasko-Versicherung

Um die negativen Auswirkungen eines Unfalls zu minimieren, gilt bei der Autofinanzierung eine goldene Regel: Immer eine Vollkasko-Versicherung abschließen. Diese Police sollte mindestens so lange bestehen, bis der Wagen komplett abbezahlt ist. Bei der klassischen Autofinanzierung verlangt die Bank ohnehin den Vollkasko-Schutz. Doch auch wer sein Auto mit einem normalen Ratenkredit finanziert, der sollte zur eigenen Sicherheit eine Vollkasko-Police wählen.
>>


Das könnte Sie auch interessieren:

Der direkte Weg zum Traumauto mit einem Autokredit von Bon-Kredit

Autokauf: Männer wollen mehr PS

So läuft die Kreditanfrage bei Bon-Kredit

 

 

Hinterlasse eine Antwort

CAPTCHA-Bild

*